Farewell Schengen? I hope not! – Part IV

English/Deutsch Amsterdam, 19 May

“How unbelievably annoying the passport checks are now!”, a friend of mine recently texted me after boarding her plane to a non-Schengen member state. And, like most of the times, she is right.
Over the last seven weeks I have crossed eight borders, many of them between Schengen member states, some not. Especially in the beginning I wrote about the danger of national political decisions undermining a truly European project, from the installations in Spielfeld (AT) to the Hungarian fence.

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Police cars at the Spielfeld border (AT – SI)

Fewer arrivals, still border controls
In the weeks before and during my journey the situation at the borders along the Western Balkan route have changed significantly. Not only has their closure led to plummeting numbers of arrivals from Germany to Macedonia (although still many people make the journey, just not openly anymore), but the EU-Turkey agreement also let figures for Greece hit rock bottom.
Apparently, for many national politicians such developments are still insufficient. Germany and four other Schengen states recently pushed through a request to the European Council allowing them to extend their border controls another six months.

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German federal police patrolling Freilassing train station

Austria built installations along the Brenner pass to Italy to set up a fence in expectation of rising refugee and migrant arrivals in Italy (rightly so). To be fair, so far Vienna refrains from controlling the pass, but the overall direction is clear. The danger of a dismantlement of the Schengen Area is far from gone. Staring into the eyes of surging right-wing and nationalist parties in many Schengen states, this becomes blatantly obvious.

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Schengen Area member states (blue)

Schengen is a privilege
Yesterday, I flew from Athens to Amsterdam. No passport checks. No queues. No questions about destination or purpose of my flight. Just smooth sailing.

Open borders within Europe – that is the promise and privilege that Schengen stands for. And everyone who travels within Europe, who enjoys strawberries from Spain, IKEA furniture produced in Poland or olives from Greece should remember this. The Schengen Treaty makes all our lives so much easier, cheaper and more convenient. It brings us closer together. It embodies the idea of one Europe. And it is worth fighting for.
Tomorrow, I will take a train from Amsterdam to my parents’ place in western Germany. I hope not to be held up and asked for my passport when crossing the border.


Auf Wiedersehen Schengen? Ich hoffe nicht! – Teil IV

“Wie unfassbar nervig die Passkontrollen jetzt sind!”, schrieb mir vor kurzem eine Freundin, nachdem sie ins Flugzeug in ein nicht-Schengen Land gestiegen war. Und wie so oft hat sie mit ihrer Beobachtung vollkommen Recht.
In den letzten sieben Wochen habe ich acht Grenzen überschritten, viele davon zwischen Schengen-Mitgliedsstaaten, einige nicht. Besonders zu Beginn der Reise schrieb ich über die Gefahr, dass nationale politische Alleingänge ein wahrhaft europäisches Projekt untergraben, von den Grenzanlagen in Spielfeld (AT) bis zum ungarischen Zaun.

Gesunkene Ankunftszahlen und dennoch Grenzkontrollen 

In den Wochen vor und während meiner Reise hat sich die Lage entlang der Grenzen auf der Westbalkanroute merklich geändert. Das Schließen der Grenzen hat nicht nur zu einem Einbruch der Ankunftszahlen von Deutschland bis Mazedonien geführt, (auch wenn noch immer viele Geflüchtete und Migrant_innen die Reise unternehmen, nur eben nicht mehr öffentlich), zugleich sind auch die registrierten Ankünfte in Griechenland nach dem Abkommen der EU mit der Türkei massiv zurückgegangen. Anscheinend sind solche Entwicklungen für viele nationale Politiker_innen jedoch noch immer nicht ausreichend. Deutschland sowie vier weitere Staaten des Schengenraumes haben erst kürzlich die Kontrolle ihrer Außengrenzen für weitere sechs Monate durchgesetzt.

Österreich hat Vorrichtungen am Brenner-Pass zur Errichtung eines Zauns zu Italien getroffen in der (wohl berechtigten) Erwartung steigender Flüchtlingszahlen auf dieser Route. Noch lässt Wien den Pass nicht kontrollieren, doch die Stoßrichtung ist eindeutig. Die Gefahr einer Auflösung des Schengenraumes ist alles andere als vorbei. Beim Blick in die hässliche Fratze stetig populärer werdender rechter und nationalistischer Parteien in vielen Mitgliedsstaaten wird dieser Umstand offensichtlich.

Schengen ist ein Privileg

Gestern bin ich von Athen nach Amsterdam geflogen. Keine Passkontrollen. Keine Schlangen. Keine Fragen über Zweck und Ziel meiner Reise. Einfach entspanntes Fliegen.

Offene Grenzen innerhalb Europas – das ist das Versprechen und das Privileg, für das Schengen steht. Und jede_r, der/die innerhalb Europas unterwegs ist, Erdbeeren aus Spanien genießt, sich an in Polen produzierten IKEA-Möbeln erfreut oder an Oliven aus Griechenland, sollte sich daran erinnern. Der Schengenvertrag macht unser aller Leben so viel einfacher, günstiger und angenehmer. Er bringt uns näher zusammen. Es verkörpert die Idee eines geeinten Europa. Und er ist es wert, dass man sich dafür einsetzt.

Morgen nehme ich einen Zug von Amsterdam in meine Heimatstadt im Westen Deutschlands. Ich hoffe beim Überqueren der Grenze nicht beiseite genommen und nach meinem Pass gefragt zu werden.

 

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